Live webinar
Mi, 19 Oktober, 16:30 Uhr Berlin

Knorpelrekonstruktion am Talus

Referent: Prof. Dr. med. Markus Walther

Während bei kleinen Knorpelschäden bis zu einer Fläche von maximal 1,5 cm² das arthroskopische Departement mit Mikrofakturierung zuverlässige Ergebnisse liefert, stellt die Rekonstruktion von größeren Knorpelschäden insbesondere an der Talus Kante unverändert eine Herausforderung dar.

Sie müssen eingeloggt sein, um das Webinar ansehen zu können.

Die Webinare stehen nur BVOU Mitgliedern zur Verfügung. Mehr Details finden Sie unter www.bvou.net

Knorpelrekonstruktion am Talus

Prof. Dr. med. Markus Walther

Während bei kleinen Knorpelschäden bis zu einer Fläche von maximal 1,5 cm² das arthroskopische Departement mit Mikrofakturierung zuverlässige Ergebnisse liefert, stellt die Rekonstruktion von größeren Knorpelschäden insbesondere an der Talus Kante unverändert eine Herausforderung dar.

Während bei kleinen Knorpelschäden bis zu einer Fläche von maximal 1,5 cm² das arthroskopische Departement mit Mikrofakturierung zuverlässige Ergebnisse liefert, stellt die Rekonstruktion von größeren Knorpelschäden insbesondere an der Talus Kante unverändert eine Herausforderung dar.

Das Ausmaß des Knochenschadens lässt sich am besten mithilfe einer Computertomografie beurteilen, der Knorpelschaden ist im Kernspintomogramm gut darstellbar. Zusätzlich sollte die Mechanik des Sprunggelenks in die therapeutische Strategie einbezogen werden. Insbesondere Achsfehlstellungen und Kapselbandinstabilitäten können die Entwicklung von osteochondralen Läsionen begünstigen und wirken sich entsprechend negativ auf das Therapieergebnis aus. Entsprechende Pathologien sollten daher stets mit behandelt werden.
Zur Behandlung größerer Defekte können osteochondrale Zylinder von Kniegelenk verwendet werden. Allerdings lassen sich für viele Regionen am Talus keine passgenauen Spenderegionen am Kniegelenk identifizieren. Hinzu kommt die vergleichsweise hohe Entnahmemorbidität am Kniegelenk.

Aufgrund verschiedener Vorteile haben daher in den letzten Jahren Kollagenmembranen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Eines der wissenschaftlich am besten evaluierten Verfahren ist die autologe membraninduzierte Chondrogenese (AMIC), an deren Beispiel das operative Vorgehen im Weiteren dargestellt wird.

Für die Implantation einer AMIC Membran braucht die Knorpeloberfläche nicht in einem 90° Winkel erreicht werden. Daher kann für die meisten Lokalisationen am Talus auf eine Osteotomie des Innen- oder Außenknöchels verzichtet werden. Durch die Distraktion des Sprunggelenks mit einem Spreizer lassen sich nahezu alle Regionen des Gelenks erreichen und behandeln. Das therapeutische Vorgehen umfasst das Debridement des instabilen Knorpels. Zysten werden mit Spongiosa vom Kalkaneus, optional auch vom Beckenkamm aufgefüllt. Anschließend wird passgenau eine Kollagenmembran zugeschnitten und in den Defekt mit Fibrinkleber eingeklebt. Nach Reposition des Gelenks wird dieses mehrfach durch bewegt um ein mögliches Delaminieren des Transplantats zu erkennen. Die Nachbehandlung umfasst die Mobilisation des Sprunggelenks für sechs Wochen mit einer Teilbelastung von 10 kg. Danach kann je nach Defekt Größe über 4-6 Wochen die Belastung stufenweise gesteigert werden. Wurden im Rahmen der gleichen Operation Achskorrekturen oder Bandrekonstruktionen durchgeführt, wird das Nachbehandlungsschema entsprechend angepasst.

In verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten hat sich dieses Verfahren inzwischen als zuverlässig bestätigt. Auch wenn im MRT auch nach Jahren noch leichte Signalveränderungen im Bereich des rekonstruierten Knorpels und Knochens erkennbar sind, bestätigen sämtliche Studien eine hoch signifikante Schmerzreduktion in Verbindung mit einer Verbesserung der Sprunggelenkfunktion.


Referent

Prof. Dr. med. Markus Walther

  • Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg, Staatsexamen (1992), Promotion (1993) und Approbation (1994)
  • 1992-1996 Chirurgischen Universitätsklinik Erlangen in der Abteilung für Unfallchirurgie, der Poliklinik sowie der Abteilung für Plastische- und Handchirurgie
  • 1996 – 2005 Orthopädische Universitätsklinik Würzburg (Direktor: Prof. J. Eulert), zuletzt stellvertretender Leitender Oberarzt der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus und Leiter des Qualitätsmanagements, verantwortlicher Arzt für den Bereich Fuß- und Sprunggelenkchirurgie
  • Facharzt für Orthopädie 1999, Teilgebiet Rheumatologie 2001
  • Habilitation 2001
  • Seit 2005 Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Seit Juli 2005 Chefarzt im Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie der Schön Klinik München Harlaching
  • Aug 2009 – Dez 2011 Stellvertretender Ärztlicher Direktor
  • seit Januar 2012 Ärztlicher Direktor der Schön Klinik München Harlaching

Expertenfragen

Hinterlassen Sie eine Antwort

wpDiscuz

CME

Bitte loggen Sie sich ein und sehen sich das gesamte Webinar an bevor Sie das CME-Quiz absolvieren. Wenn Sie das Webinar angesehen haben, bitte kehren Sie hierher zurück um das CME-Quiz zu absolvieren und Ihr CME-Zertifikat auszudrucken.

Sie sind bereits eingeloggt und haben das Webinar angesehen? Bitte versuchen Sie die Seite erneut zu laden, indem Sie auf den Button unterhalb klicken.

Seite erneut laden

Haben Sie Probleme, das Quiz zu offnen? Bitte lesen Sie die "Häufig gestellte Fragen“ oder "kontaktieren Sie unser Supportteam". Sie können uns auch eine Email schreiben unter support@bvoustudyclub.net

Knorpelrekonstruktion am Talus